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Unser Visionsprozess
im Bistum Speyer

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schwestern und Brüder,

Kirche ist im Umbruch. Diese Einsicht ist nicht neu, aber spürbar aktuell. Es schmerzt zutiefst, wenn für immer mehr Menschen die Kirche ihre Glaubwürdigkeit und Lebensrelevanz verloren hat. Gleichzeitig aber suchen viele Menschen nach Antworten auf grundlegende Lebensfragen. Die Frage nach der Gegenwart Gottes bleibt mitten im Umbruch ungebrochen aktuell. In der Heiligen Schrift zeigt Er sich als der „Ich bin da“. Er ist immer schon da – vor allem unserem Denken und Tun. Für uns stellt sich daher die Frage: Wie können wir, wie kann Kirche im Bistum Speyer, den lebendigen Gott wieder so entdecken, dass Er erfahrbar wird für die Menschen in ihren Lebenswelten?

Kirche ist mehr als eine Institution. Sie soll vielmehr ein Segensort im Leben der Menschen sein. Wie können wir diese Segensorte entdecken, neue Segensorte ermöglichen? Wie können wir uns, unser Handeln, unsere kirchliche Gestalt in allem konsequent an dem Kriterium ausrichten, ob und wie Gottes Gegenwart darin erfahrbar wird? Wie können wir das auch in der ehrlichen Auseinandersetzung mit uns selbst tun, mit der Tatsache, dass Kirche nicht in allem zum Segen gewirkt hat, sondern auch zum großen Leid für viele geworden ist? Und wie können wir angesichts der aktuellen Herausforderungen glaubwürdige Antworten auf die „Zeichen der Zeit“ finden? Ebenso wie Sie bin ich auf der Suche nach einer erneuerten Gestalt von Kirche. Ich vertraue darauf, dass wir gemeinsam Antworten finden können – im Hinblick auf unser Bistum Speyer und darüber hinaus in Verbundenheit mit den anderen deutschen Diözesen und der Weltkirche. Eine Vision ist kein Traum. Eine Vision eröffnet den Blick auf die Möglichkeiten, die in der Wirklichkeit verborgen sind. Und deshalb lässt eine Vision dem Menschen, dem sie aufgegangen ist, keine Ruhe. Sie wird zur erfüllenden Wahrheit, an der er sein ganzes Denken und Handeln ausrichtet. Solch ein visionärer Aufbruch kann nur gemeinsam gelingen. 

Daher bitte ich Sie um Ihre Mithilfe – durch Ihre Ideen, Ihre Erfahrungen, Ihre Leidenschaft, Ihre Visionen. So wächst die große Vision des Reiches Gottes, in die wir hineingetauft wurden und die Christus durch den Heiligen Geist in uns und durch uns verwirklichen will. So kann auch die Vision für unser Bistum Speyer in der heutigen Zeit konkrete Gestalt gewinnen. 

Eine Vision, die uns wieder neu begeistern kann, denn „der Geist ist es, der lebendig macht.“
(Joh 6,63). Wer von Gott berührt ist, wird zum Segen für andere.

Danke für Ihr Engagement: Sie sind ein Segen!

Ihr Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

"Visionsprozess"
heisst:

Eine offene, aktive Suche nach einer neuen Gestalt von Kirche mit Beteiligung möglichst vieler.

Gemeinsam Kirche Sein – in Ihrem besten Sinn.

Persönliche Erfahrungen und Sichtweisen einbringen und auch über den gewohnten Horizont hinausdenken.

Sich mutig den Fragen der Gegenwart stellen und die Zukunft der Gesellschaft kreativ mitgestalten.

Kirche im Besten Sinn

Wer von Kirche spricht, denkt viel zu oft an Struktur und Institution, an Verkrustetes und Verschlossenes, an Vorschriften – und nicht unbedingt an Segen. Und dabei ist es doch das, was Kirche vor allem meint: Orte gesegneter Gemeinschaft – Segensorte. Dort, wo Segen geschieht, wird Gottes Gegenwart spürbar und lässt Gemeinschaft wachsen. Fragil, zerbrechlich, vorübergehend und flüchtig – aber auch lebendig und kraftvoll. »Ich will dich Segnen und du sollst ein Segen sein.«

(Genesis 12,2)

Was hat unsere Stadt, unser Dorf, davon, dass es uns gibt?

Segensorte sind lebendige, bewegliche und vielfältige Gelegenheiten, wo praktische Nächstenliebe und Gemeinschaft begeistern. Momente und Orte, in denen Gottes Segen in unserer Welt spürbar und stärkend erfahrbar wird. Segen geben und nehmen. Segen sein, ganz alltäglich und doch besonders.

Segensorte Hände beten

SEGENSGEBET ZUM VISIONSPROZESS

Immer bist du, Gott, unterwegs zu uns. Nimm uns mit auf deinem Weg zu den Menschen. Unsere Zukunft füllst du mit Hoffnung. Lass uns die ungeahnten Möglichkeiten entdecken, die du in die Welt legst. Gib unseren Augen einen weiten Blick, den Händen Kraft und den Gedanken Mut, um dich in unsrem Alltag zu entdecken. Segne uns, damit wir zum Segen werden für die Welt.

Vorrepälzisch

Seechensgebet fer des, was kummt, in de Blick zu nemme Alsfort bischt Du, unser Gott, uffm Weech zu uns. Nemm uns dodebei mit uff deim Weech zu deine Menschekinner. Was fer uns do vor uns licht, duscht du voll mache mit Hoffnung. Loss sehe uns des allesminnanner, wu meglisch werre kennt, norre weil du des alles schun in unser Welt neigelecht hoscht. Unser Aache – losse weit naus gugge, damit mer dich entdecken in all dem, wu mer jeden Daach dorchleewen. Unser Ärm – mach se stark, damit mer draalangen an des, wu mer fer ennanner mache kennen. Un unsern Kopp – lossen mudich Gedanke spinne, damit mer s Richdische dann aafangen, wann die Zeit devor do is. Du uns dein Seeche schenke fer des, dass mer selwer zum Seeche werren fer all die Menschekinner um uns rum.

Hinnerpälzisch

Guter Gott, immerfort bischt du uffem Weg zu uns. Zeisch uns, wie aa mir de Weg finnen zu denne Mensche newer uns. Loss uns niemols vegesse: Alles, was uff uns zukummt, du hoscht´s in deine Hänn. Mach, dass mir do un dort wennigschdens e klääbissje ebbes ahnen vun denne viele Wunner, wo du in deiner Welt vesteckelt hoscht. Helf uns, ins Weite se gucke, enaus iwwer das, was mir wollen, vestehn un kännen. Gebb uns Hänn, wo zugreifen un helfen, wo ´s fehlt. Lenk unser Gedanke, gebb uns Aue un Herze, wo siehn, dass du bei uns bischt, egal, ob mer grad schaffen odder ruhn. Guter Gott, sei bei uns, sei unner un iwwer un newer uns mit deine unendliche Lieb. Mach, dass aa dorch uns annere Mensche dei Spure in de Welt siehn un so de Weg finnen zu dir.

Saarpälzisch

Liewa Gott, du bischd immer med uns uffm Wää unn laschd uns in unsrem Lääwe nit allään laafe. Nemm uns uff demm Wää zu de Menschen med! Ich glaawe feschd, dass Du wirklich e gudda Babbe bischd unn fa uns all nur Guddes willschd. Do geheerd Hoffnung dezu fa alle Daah, wo mer lääwe bis om Enn alles gudd werd. Do geheert aa alles dezu, was du jedem von uns in die Schees geleeht haschd unn wo ma monchmol gar nit demedd rechend, dass ma´s honn odda konn. Mach uns seerschd emol die Aue uff, dass se erum gugge, immer weida unn weida bis ma alles Scheene siehn, wo ma nur devor „donggescheen“ soohn kinne. Nadierlich werre ma aa all das se siehn krien, was nit so gudd laafd unn was uns richtig viel Huddel macht. Do brauche ma donn Hänn, die wo nid im Hossesack stegge bleiwe. Unn mir brauche Hirnschmalz, dass ma muudich genungg sinn unn die Welt unn die Kirch do, wo mer lääwe, e bissje besser mache. Mit ännem Wort – Gebb uns das, was ma „Segen“ nennt: schbiere kinne, dass Du do bischd unn´s gudd med uns männschd. Unn die Leit, wo med uns lääwe, solle genau das aa merke: durch uns!

Das Team hinter Segensorte

Der Visionsprozess ist eine Teamaufgabe: Nur gemeinsam finden wir ein hoffnungsvolles Bild für die Zukunft unseres Bistums.
Auch hinter den Kulissen steht ein Team, das den Prozess vorbereitet hat und alle Eingaben einsammeln wird:
Generalvikar Andreas Sturm (Leiter der Lenkungsgruppe), Felix Goldinger (Geschäftsführer), Katharina Goldinger (Ansprechperson Synodaler Weg), Gabriele Heinz, Markus Herr, Peter Hundertmark, Thomas Kiefer, Christine Lambrich, Andreas Rubel, Theo Wieder.
Sie werden begleitet und unterstützt durch Eva Jung, Nico Mühlan und das Team von gobasil.

Der synodale Weg

Wenn Sie zu den Themenfeldern des deutschlandweiten Prozesses „Synodaler Weg“ gearbeitet haben, können Sie Ihre Diskussionsergebnisse zusätzlich in den entsprechenden Partizipationsprozess einspeisen. Das Eingabetool finden Sie hier: 

synodalerweg.de